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Juni 2022 Neurologie SÜP

Untersuchungen des Nervenwassers bei Patientinnen und Patienten mit COVID-19

Titel der Studie: Analysis of cerebrospinal fluid in patients with COVID-19

Untersuchungen des Nervenwassers bei Patientinnen und Patienten mit COVID-19

Was wird untersucht?

COVID-19 verursacht bei vielen Menschen neurologische Symptome, beispielweise Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Verwirrtheit. Das Nervenwasser (Liquor) umgibt das zentrale Nervensystem (ZNS) und seine Untersuchung lässt Rückschlüsse auf die Beteiligung des ZNS in Krankheitsprozessen zu. In diesem Projekt möchten wir Nervenwasserproben von Menschen untersuchen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung in die NAPKON-Kohorte eingeschlossen wurden. Dazu möchten wir u.a. Proteine und Metabolite analysieren, die uns einen Rückschluss darüber erlauben können, wie stark und in welcher Weise das Nervensystem im Rahmen der COVID-19 Erkrankung bei diesen Menschen betroffen war. Zusätzlich werden wir klinische Daten und Fragebogendaten analysieren und mit den biochemischen Analysen korrelieren. Ziel der Untersuchung ist es, besser zu verstehen, wie eine COVID-19-Erkrankung das Nervensystem betrifft und welche Menschen besonders betroffen sind. Zudem soll verglichen werden, ob die Veränderungen im Nervenwasser mit den Symptomen korrelieren. Die langfristige Nachverfolgung könnte zudem Aufschluss über persistierende Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung geben.

Antragsteller: Prof. Paul Lingor, Klinikum rechts der Isar der TU München, Klinik und Poliklinik für Neurologie, München

Fachbereich: Juni 2022, Neurologie, SÜP

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Geriatrie Juni 2022 SÜP

Auswirkung des Ernährungszustandes auf das Überleben bei über 60-jährigen Patient:innen mit schwerem COVID-19-Verlauf

Titel der Studie: Impact of nutritional status on survival in over 60-year-old patients with severe COVID-19 courses

Auswirkung des Ernährungszustandes auf das Überleben bei über 60-jährigen Patient:innen mit schwerem COVID-19-Verlauf

Was wird untersucht?

Aktuelle Studien zeigen, dass die Adipositas ein relevantes Risiko für einen schweren Verlauf bei COVID-19 Patient:innen, insbesondere bei jüngeren Patient:innen, darstellt und mit schlechteren Behandlungsergebnissen verbunden ist. Von nicht-COVID-19 Patient:innen auf Intensivstationen weiß man, dass der Muskelverlust (die sogenannte Sarkopenie) entscheidend die Sterblichkeit (Mortalität) erhöht. Bisher ist unklar welcher Ernährungszustand (Adipositas oder Sarkopenie) mit einem schlechteren Überleben von über 60-jährigen Intensivpatient:innen mit COVID-19 einhergeht. Zu Untersuchung dieser Fragestellung werden der Body-Mass-Index (aus Größe und Gewicht) und die Gesamtmuskelmasse benötigt. Die Muskelmasse kann über die bei COVID-19-Patient:innen angefertigte Bildgebung (CT-Thorax) aus der Rückenmuskulatur errechnet werden. Aktuell gibt es noch wenig Daten über die Körperzusammensetzung von COVID-19-Patient:innen, sodass unser Antrag neue Erkenntnisse beitragen könnte. Ziel ist es die Auswirkung des Ernährungszustandes auf das Überleben bei über 60-jährigen Patient:innen mit schwerem COVID-19-Verlauf zu untersuchen. 

Antragstellerin: Sabine Schlüssel, Ludwig-Maximilian Universität München, Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Geriatrie, München

Fachbereich: Geriatrie, Juni 2022, SÜP

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HAP Intensivmedizin Juni 2022 SÜP

Untersuchung der Wirkung eingesetzter Kortisontherapien bei COVID-19 Patient:innen und Möglichkeiten gezielterer Therapiesteuerung

Titel der Studie: Investigation of the effect of cortisone therapies used in COVID-19 patients and possibilities for targeted therapy

Untersuchung der Wirkung eingesetzter Kortisontherapien bei COVID-19 Patient:innen und Möglichkeiten gezielterer Therapiesteuerung

Was wird untersucht?

Glucocorticoide, wie Dexamethason und Hydrocortison, besitzen einen hohen nachgewiesenen
Nutzen in der Behandlung O2 –pflichtiger oder beatmeter Patient:innen mit COVID-19. Welches
Glucocorticoid jedoch in der jeweiligen spezifischen klinischen Situation das optimale ist, bleibt
weiter Gegenstand der Forschung. Das Forschungsvorhaben soll daher erfassen, welche
Charakteristiken die Glucocorticoid-Therapien bei Patient:innen der NAPKON-Kohorten bislang
aufwiesen und mit welchem klinischen Outcome dieses verbunden waren. Dabei liegt das Augenmerk auf dem Typ des Glucocorticoids, der Dosierung, sowie dem Einsatzzeitpunkt und
der Therapiedauer. Weiterhin soll eruiert werden, ob mit Hilfe spezifischer prognostischer
Biomarker eine Vorhersage der Therapiewirksamkeit und des optimalen Einsatzzeitpunktes von
Glucocorticoiden möglich ist. Dies kann eine personalisierten Therapie von Patient:innen mit
COVID-19 ermöglichen, welche mit einer Verbesserung des Therapieerfolgs und Verringerung
von Nebenwirkungen einher geht. 

Antragsteller: Sebastian Hottenrott, Universitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Würzburg

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Epidemiologie und Public Health Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Juni 2022 Kardiologie POP

Beitrag des Immunsystems zum Long-COVID-Syndrom

Titel der Studie: contribution of the immune system to long-COVID syndrome

Beitrag des Immunsystems zum Long-COVID-Syndrom

Was wird untersucht?

Eine überstandene COVID-19-Erkrankung führt bei 10 –40 % der Patient:innen zu fortbestehenden Beschwerden im Sinne eines Long-COVID-Syndroms. Die Gründe für die Entwicklung von Long-COVID sind bislang noch unklar. Eine mögliche Ursache könnte eine unterschwellige Entzündungsreaktion sein als Folge der schützenden Immunantwort gegen das SARS-CoV-2-Virus. In diesem Forschungsvorhaben möchten wir daher eine umfassende Charakterisierung des Immunsystems von Personen >6 Monate nach einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung vornehmen. Bei 10 –40 % der Teilnehmer:innen erwarten wird persistierende Symptome im Sinne eines Long-COVID-Syndroms, sodass wir den Immunstatus von Patient:innen mit und ohne Long-COVID-Syndrom miteinander vergleichen können. Die hier gewonnenen Erkenntnisse könnten auch bspw. für Patient:innen mit Fatigue-Syndrom nach anderen Virusinfektionen relevant sein.

Antragstellerin: PD Dr. med. Caroline Morbach, Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik 1, Würzburg

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Epidemiologie und Public Health HAP Juni 2022 POP SÜP

Konsistenz in den GECCO-Items der NAPKON-Kohorten

Titel der Studie: Consistency in the GECCO items of the NAPKON-cohorts

Konsistenz in den GECCO-Items der NAPKON-Kohorten

Was wird untersucht?

Die drei NAPKON-Kohorten erheben sektorenübergreifend soziodemografische und klinische Daten von COVID-19 Patient:innen aus unterschiedlichen Zielpopulationen. Die Daten werden innerhalb des Akutverlaufs und longitudinal bis zu zwölf Monate nach der Erstdiagnose erfasst. Um den COVID-19-Forscher:innen einen einheitlichen Datensatz zu bieten, der internationale Terminologien und interoperable Gesundheits-IT-Standards verwendet, wurde außerdem das Konzept des German Corona Consensus Dataset (GECCO) eingeführt. Dabei wurde darauf geachtet, dass der German Corona Consensus Datensatz (GECCO) aus allen drei Kohorten als gemeinsamer Datensatz exportiert werden kann. Im Rahmen dieses Exports müssen die Datenelemente der einzelnen Kohorten auf die GECCO-Datenelemente abgebildet werden. Diese sind 13 sogenannten Konzepten zugeordnet, die die 83 Datenelemente inhaltlich zusammenfassen, z.B. Anamnese oder Risikofaktoren. Während sich die datenelementbasierte Qualitätskontrolle üblicherweise auf Vollständigkeit oder die Einhaltung bestimmter Grenzwerte fokussiert, wollen wir in diesem Projekt die Konsistenz, d.h., die Widerspruchsfreiheit zwischen verschiedenen Datenelementen im Datensatz überprüfen: Ein Beispiel ist die Angabe von Fieber bei den Symptomen, aber eine normale Temperatur in den Vitalparametern im gleichen Zeitraum. Innerhalb der 83 Datenelemente gibt es eine Reihe solcher Beziehungen zwischen den Datenelementen, die im Rahmen dieses Projektes untersucht werden sollen. Methodisch sollen die Abhängigkeiten in das Datenqualitätsframework von Schmidt et al. integriert werden und anschließend für die Datenqualitätsüberprüfung als R-Paket frei zur Verfügung stehen. Es werden im ersten Schritt Auffälligkeiten, die auf Widersprüche hindeuten, identifiziert und bezüglich möglicher Schwierigkeiten in der Dateneingabe mit der Epidemiology Core Unit (ECU) diskutiert. Diese Zielsetzung des NAPKON hinsichtlich der Ausgabe qualitativ hochwertiger Daten liegt der Entscheidung zugrunde, ein übergeordnetes Projekt mit der Bezeichnung ECU einzurichten, das für die externe Qualitätssicherung zuständig ist. Anschließend werden Regeln für die Behandlung solcher Widersprüche beim GECCO-Export der NAPKON-Kohorten festgelegt und ebenfalls als Softwarewerkzeuge zur Verfügung gestellt.

Antragsteller: Yusuf, Olusola Khalid, Universitätsmedizin Göttingen, Abteilung für medizinische Informatik, Göttingen