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Hämatologie/Onkologie HAP Juni 2021 POP SÜP

Corona-Infektionen bei Patient:innen mit bösartigen Tumoren des lymphatischen Systems (maligne Lymphome)

Corona-Infektionen bei Patient:innen mit bösartigen Tumoren des lymphatischen Systems (maligne Lymphome)

Titel der Studie: Corona infections in patients with malignant tumors of the lymphatic system (malignant lymphomas)

Was wird untersucht? 

Lymphome stellen eine uneinheitliche Gruppe von bösartigen Erkrankungen dar. Ihren gemeinsamen Ursprung haben sie im lymphatischen System. Zur Behandlung gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Therapieformen. Eine wichtige Nebenwirkung der Therapien ist eine Einschränkung der Funktion des Immunsystems mit vermehrter Infektanfälligkeit. Patient:innen mit Lymphomen können so auch ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus haben. Bei manchen dieser Patient:innen zeigte sich auch ein erhöhtes Sterberisiko durch eine Corona Infektion.

Wie genau aber z.B. unterschiedliche Therapieformen den Verlauf der Corona Infektion beeinflussen ist nicht bekannt. Gleichzeitig ist unklar, ob und wieweit eine Corona Infektion einen Effekt auf den weiteren Verlauf der Lymphomerkrankung hat. Um mögliche Effekte nachweisen zu können, sind Nachbeobachtungen an einer großen Zahl von Patient:innen notwendig.

Ziel der Studie ist es, Informationen zu sammeln, die uns verstehen lassen, wie unterschiedliche Faktoren den Verlauf der Corona Infektion und der Lymphomerkrankung beeinflussen, um später valide Entscheidungen zur weiteren Lymphomtherapie treffen zu können.

Antragstellerin: Dr. med. Stefanie Forkl, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Klinikum der Universität München, Campus Großhadern

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Gesundheitsökonomie Juni 2021 PROM Rehabilitation SÜP

Leistungen zur Frührehabilitation während und nach dem akut-stationären Krankenhausaufenthalt wegen einer COVID-19-Erkrankung

Wie viele COVID-19 Erkrankte haben nach der intensivmedizinischen Behandlung noch im Akutkrankenhaus eine Frührehabilitation erhalten und wie ist der Einfluss dieser auf die weitere Genesung?

Titel der Studie: How many COVID-19 patients have received early rehabilitation while still in the acute care hospital after intensive care treatment and what is the impact of this on further recovery?

Was wird untersucht? 

Im Sozialgesetzbuch ist festgelegt, dass Patient:innen, die im Akutkrankenhaus aufgrund einer schweren Erkrankung behandelt wurden, auch eine Frührehabilitation zusteht. Nur wenige Kliniken besitzen jedoch solche Abteilungen/Stationen. Die Analyse der Daten soll Antworten auf 2 Fragestellungen geben:

  1. Wie viele Patient:innen, denen per Gesetz eine Frührehabilitation zusteht erhalten diese auch?
  2. Gibt es einen Vorteil derer, die diese Behandlung erhalten haben bzgl. langfristiger Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit?

Antragstellerin: Dr. med. Christina Lemhöfer, Institut für Physiotherapie, Universitätsklinikum Jena

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Epidemiologie und Public Health HAP Juni 2021 Medizinische Informatik

Verständnis von Komplikationen und Nebenwirkungen von COVID-19 mithilfe von künstlicher Intelligenz und kausaler Inferenz

Verständnis von Komplikationen und Nebenwirkungen von COVID-19 mithilfe von künstlicher Intelligenz und kausaler Inferenz

Titel der Studie: Clinical Analysis of Recovery Trajectory of COVID-19 Patients

Was wird untersucht? 

Als Teil einer größer angelegten, BMBF-finanzierten Studie versuchen wir zu verstehen, wie sich verschiedene Patient:innen mit unterschiedlichem gesundheitlichen Hintergrund von einer COVID-19-Infektion erholen. Wir versuchen auch zu verstehen, wie sich Komplikationen und Nebenwirkungen nach der Genesung für verschiedene Patient:innengruppen unterscheiden.
Wir vergleichen unsere Ergebnisse mit einem großen Datensatz aus den USA, um Unterschiede zwischen den Behandlungen und der Genesung von Patient:innen in beiden Ländern zu verstehen. Dazu nutzen wir moderne Verfahren der Künstlichen Intelligenz und der Kausalinferenz, um somit Vorhersagemodelle zu entwickeln, die neben des Schweregrades, auch die Genesungstrajektorie von Patient:innen vorhersagen kann.

Antragsteller: Dr. Narges Ahmidi, Helmholtz Center Munich

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HAP Immunologie und Autoimmunität Juni 2021 SÜP

Untersuchung von Autoimmunität im Kontext des Long COVID-19

Untersuchung von Autoimmunität im Kontext des Long COVID-19

Titel der Studie: Investigation of serum autoimmunity in the context of Long COVID-19

Was wird untersucht? 

Seit dem Ausbruch der COVID-19 Erkrankung wird eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus immer wieder mit Autoimmunität, einer Immunreaktion gegen körpereigenes Gewebe, in Zusammenhang gebracht. Wir möchten erforschen, ob eine Infektion mit dem Virus eine solche Immunreaktion hervorruft oder ob sie schon vorhandene, aber noch nicht entdeckte Immunreaktionen zum Aufblühen bringt. Solche Immunreaktionen brauchen einige Zeit, um sich aufzubauen. Darum wollen wir Blutproben von Patient:innen, welche an Spätfolgen der Krankheit, dem sogenannten „Long COVID“ leiden, untersuchen. Unsere Hypothese ist es, dass diese Spätfolgen durch Autoimmunität hervorgerufen werden könnten.

Antragstellerin: Dr. Anne Eugster, CRTD TU Dresden

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HAP Juni 2021 PROM Schmerzmedizin

Häufigkeit von Schmerzen im Verlauf einer COVID-19 Erkrankung

Häufigkeit von Schmerzen im Verlauf einer COVID-19 Erkrankung

Titel der Studie: Frequency of pain during the course of COVID-19 disease

Was wird untersucht? 

Mögliche Symptome einer akuten COVID-19 Erkrankung sind Kopfschmerzen sowie Gliederschmerzen (Muskeln, Gelenke). Es gibt Hinweise, dass bei einigen Betroffenen diese Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten und sich eventuell ein chronisches Schmerzsyndrom, welches vor der COVID-19 Erkrankung nicht bestand, entwickelt. In dem Projekt wollen wir untersuchen, wie häufig von COVID-19 Erkrankten Kopfschmerzen sowie Gliederschmerzen zu Beginn der Erkrankung, nach Beendigung der Akutbehandlung, sowie 6 Wochen nach Beendigung der Akutbehandlung berichtet werden und ob es Zusammenhänge mit anderen Symptomen, wie Luftnot und Müdigkeit, gibt. Weiterhin wollen wir untersuchen, ob es Risikofaktoren für chronische Schmerzen nach COVID-19 gibt, wie zum Beispiel Alter, Geschlecht oder Schwere von COVID-19. Die Ergebnisse der Studie sollen die Grundlage für weitere Projektanträge zur Häufigkeit chronischer Schmerzen (> 3 und 12 Monate nach Beginn von COVID-19) sein. Weiterhin wollen wir in anschließenden Projektanträgen untersuchen, ob es biologische und psychische Risikofaktoren für die Entwicklung chronischer Schmerzen nach COVID-19 gibt. Die Ergebnisse der geplanten Projekte sollen dabei helfen, den schmerzmedizinischen Versorgungsbedarf in Post COVID-19 Ambulanzen abzuschätzen und Therapien zu entwickeln, um die Chronifizierung von Schmerzen zu verhindern, falls veränderbare Risikofaktoren für die Entwicklung chronischer Schmerzsyndrome identifiziert werden können. Das Projekt soll zur Entwicklung von Kriterien eines Post COVID-19 Syndroms durch die Weltgesundheitsorganisation beitragen.

Antragsteller: Prof. Dr. Winfried Häuser, Innere Medizin 1, Klinikum Saarbrücken

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HAP Juni 2021 Neurologie POP SÜP

Immunvermittelte Pathogenese und Entwicklung von Autoimmunität bei Patient:innen mit COVID-19 und neurologischer Manifestation

Immunvermittelte Pathogenese und Entwicklung von Autoimmunität bei Patient:innen mit COVID-19 und neurologischer Manifestation

Titel der Studie: Immune-mediated pathogenesis and development of autoimmunity in neurological manifestations of COVID-19

Was wird untersucht? 

Ziel dieser Studie ist es, mögliche Ursachen neurologischer Manifestationen einer SARS-CoV-2 Infektion besser zu verstehen.

Neurologische Symptome sind häufig bei COVID-19 in der Akutphase und auch als Langzeitfolgen. Welche Symptome das sind, wie ausgeprägt diese sind und wie lange diese andauern, ist bisher nicht ausreichend untersucht. Entsprechend sollen Symptome bei einer größeren Zahl von Patient:innen systematisch erfasst werden und mit Untersuchungen des Biomaterials (Blut und Nervenwasser) in Zusammenhang gebracht werden.

Außerdem soll untersucht werden, warum es zum Auftreten dieser neurologischen Symptome kommt. Ohne die Ursachen der Symptome genau zu kennen, kann keine zielgerichtete Behandlung erfolgen. Als mögliche Ursachen werden zwei Ansätze von unserer Arbeitsgruppe untersucht. Einerseits ist denkbar, dass Antikörper im Blut oder Nervenwasser sich gegen bestimmte körpereigene Strukturen wie Nerveneiweiße richten (sog. Autoantikörper). Man spricht dann von einer durch die Virusinfektion bedingten sogenannten Autoimmunerkrankung, die gezielt behandelt werden kann. Werden andererseits Spuren von SARS-CoV-2 im Nervenwasser nachgewiesen, wäre eine Immuntherapie nicht zielführend und antivirale Therapien müssten entwickelt werden. Zudem könnte dann beispielsweise eine frühzeitige Impfung oder Antikörpertherapie wirksam gegen anhaltenden „Post-COVID-Beschwerden“ helfen.  

Entsprechend sollen die Erkenntnisse dieser Studie zukünftig für eine verbesserte Diagnostik eingesetzt werden und als Basis für eine zielgerichtete Therapie dienen.

Antragstellerin: Dr. med Christiana Franke, Department of Neurology and Experimental Neurology, Campus Benjamin Franklin (CBF), Charité – Universitätsmedizin Berlin

 

Fachbereich: HAP, Juni 2021, Neurologie, POP, SÜP

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Epidemiologie und Public Health HAP Juni 2021 Napkon POP SÜP

Epidemiologiekern im Rahmen des Nationalen Pandemie Kohorten Netz (NAPKON)

Epidemiologiekern im Rahmen des Nationalen Pandemie Kohorten Netz (NAPKON)

Titel der Studie: Epidemiology Core Unit (ECU) within the National Pandemic Cohort Network (NAPKON)

Was wird untersucht? 

Die ECU ist Teil der Kerninfrastruktur von NAPKON und stellt ein übergeordnetes Projekt dar, das für die externe Qualitätssicherung und Aufbereitung der in den Kohorten eingegebenen Rohdaten, regelmäßige Beschreibung der Studienkollektive aber auch für methodische Beratungen für Wissenschaftler:innen bei Etablierung neuer Module in den unterschiedlichen Studienplattformen verantwortlich ist. Die klinischen Daten werden einerseits für sogenannte „Kernanalysen“, Beschreibungen der Studienkollektive anhand beschreibender Eigenschaften wie Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und Symptomatik, verwendet. Um vergleichbare Auswertungen zu ermöglichen, wird weiterhin im Rahmen von Primärkodierungen die Kategorisierung von standardisierten Fragebögen, Altersgruppen und Messergebnissen von Untersuchungen durchgeführt. Weiterhin werden die Daten hinsichtlich der Vollständigkeit von einzelnen Variablen, aber auch auf Formularebene geprüft, um möglichst vollständige Datensätze gewährleisten zu können.

Antragsteller:innen: Epidemiology Core Unit innerhalb von NAPKON

 

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Epidemiologie und Public Health HNO Juni 2021 Kardiologie Neurologie Pneumologie POP Psychische Gesundheit

Fatigue nach SARS-CoV-2 Infektion: Was führt dazu, was geht damit einher?

Fatigue nach SARS-CoV-2 Infektion: Was führt dazu, was geht damit einher?

Titel der Studie: Fatigue after SARS-CoV-2 infection: what leads to it, what accompanies it?

Was wird untersucht? 

Fatigue beschreibt eine „signifikante Müdigkeit, erschöpfte Kraftreserven oder erhöhtes Ruhebedürfnis, unverhältnismäßig zu allen kürzlich vorangegangenen Anstrengungen“. Dieses Symptom stellt nach aktuellem Wissen das mit Abstand häufigste anhaltende Symptom nach abgelaufener SARS-CoV-2 Infektion und COVID-19 Erkrankung dar (Post-COVID-Fatigue). Diese Studie untersucht Zusammenhänge zwischen diesem Symptom und möglichen Auslösern, in dem Daten aus der Zeit vor der Infektion, Ablauf der akuten Infektion und aktuell erhobene Blutparameter in die Analysen aufgenommen werden. Weiter wird untersucht, mit welchen weiteren –parallel bestehenden- Problemen Fatigue gehäuft einhergeht. Die Studie kann Hinweise für die frühzeitige Definition von Risikopersonen für Post-COVID-Fatigue liefern und damit eine effektive Impfpriorisierung unterstützen. Weiter können die Ergebnisse zur Entwicklung von Therapiestrategien gegen Post-COVID-Fatigue verwendet werden.

Antragsteller: Prof. Dr. med. Walter Maetzler, FOSA Neurologie, UKSH Kiel

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Infektiologie Juni 2021 SÜP

Unterschiede in der Immunantwort von Frauen und Männern gegen COVID-19

Unterschiede in der Immunantwort von Frauen und Männern gegen COVID-19

Titel der Studie: 

Sex differences in the adaptive immune response in COVID-19

Was wird untersucht? 

In COVID-19 ist der Verlauf bei Männern signifikant schwerer. Dies bildet sich auch in der Sterblichkeit und Schwere der Infektion ab. Das Vorliegende Projekt soll die Ursachen und Auswirkungen von Geschlechtsunterschieden mit einem Fokus auf die spezifische Immunität, deren Entwicklung und Dauer beleuchten. Die zu erwartenden Ergebnisse werden zum Verständnis der Erkrankung beitragen, eine geschlechtsspezifische Risikoabschätzung ermöglichen, und eine wichtige Grundlage für die geschlechtergerechte Entwicklung von Therapien und insbesondere Impfstoffen bilden. Wichtige Aspekte der COVID-19 Erkrankung wie Verlauf, Schwere, Dauer der Übertragungsfähigkeit, Übertragbarkeit sind immunologisch bestimmt. Um die COVID-19 Pandemie zu verstehen, ist somit eine genaue Kenntnis der zugrundeliegenden immunologischen Prozesse notwendig. Das Immunsystem weist auf vielen Ebenen starke Geschlechtsunterschiede auf. Für eine korrekte Abbildung dieser Prozesse, die beiden Geschlechtern gerecht wird, ist das Verständnis geschlechtsbedingter immunologischer Unterschiede somit unerlässlich. Eine Analyse der Geschlechtsunterschiede in der spezifischen Immunantwort gegen COVID-19 könnten Antworten auf die Frage geben, warum in COVID-19 Geschlechtsunterschiede bestehen und immunologische Risikofaktoren für einen schweren Verlauf oder eine schlechte Prognose identifizieren. Zusätzlich ist das Verständnis immunologischer Geschlechtsunterschiede für Therapieansätze und Impfungen, die beide Geschlechter gleichermaßen berücksichtigen, unbedingt erforderlich.

Antragsteller: Dr. med. Hans Christian Stubbe, LMU Klinikum, Medizinische Klinik und Poliklinik II, München

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Juni 2021 Kardiologie POP

COVID-19 und das Herz

COVID-19 und das Herz

Titel der Studie: Evaluation of the long-term cardiac consequences of COVID-19 in the NAPKON-POP cohort

Was wird untersucht? 

Eine COVID-19-Erkrankung führt nicht nur zu kardiovaskulären Akutkomplikationen, sondern auch zu Langzeitfolgen bisher nicht abzuschätzenden Ausmaßes. Neben einer direkten Infektion der Herzmuskulatur durch das SARS-CoV-2-Virus scheinen auch Schädigungsmechanismen auf dem Boden einer Mangeldurchblutung oder durch Entzündungsprozesse eine Rolle zu spielen. Umfassende systematische Daten zu den kardialen Langzeitfolgen eine SARS-CoV-2-Infektion / COVID-19- Erkrankung stehen nicht zur Verfügung. Wir planen in diesem Kontext, die prognostische Bedeutung verschiedener Biomarker (u. a. NT-proBNP, hsTNT und (hs)C-reaktive Protein) zu evaluieren. Biomarker sind in der Medizin Werte, die Informationen zum Schweregrad und Verlauf einer Krankheit geben können. Es werden die Auswirkungen antientzündlicher Therapie mit Kortison sowie einer gleichzeitig bestehenden Herzschwächetherapie auf die langfristige Herzfunktion geprüft. Dazu sind spezifische detaillierte Funktionsanalysen der rechten und linken Herzkammer geplant. Schließlich ist in einem fachübergreifenden Projekt geplant, die Zusammenhänge zwischen Herzschwäche und psychopathologischen Auffälligkeiten nach COVID19-Erkrankung zu untersuchen.

Antragsteller:

Prof. Derk Frank, Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, UKSH und Christian-Albrechts-Universität Kiel

 

Fachbereich: Juni 2021, Kardiologie, POP