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Infektiologie Oktober 2022 SÜP

Die semantische Lücke in der standardisierten Beschreibung von viralen Testungen in klinischen Studien

Titel der Studie: The semantic gap in the standardised description of viral testing in clinical trials

Die semantische Lücke in der standardisierten Beschreibung von viralen Testungen in klinischen Studien

Was wird untersucht?

Während der COVID-19 Pandemie entwickeln sich immer wieder neue Virus-Varianten, die anhand von Labortests wie z.B. viralen Gentests untersucht werden, um die Pandemieüberwachung zu gewährleisten. Darüber hinaus gibt es mittlerweile viele unterschiedliche Studien, die sich mit der COVID-19 Erkrankung beschäftigen und ihre Fragebögen unterschiedlich gestalten. In den Fragebögen werden auch Fragen zu viralen Genomtests und Testergebnissen auf unterschiedliche Weise abgefragt. Um den größtmöglichen Nutzen und Erkenntnisgewinn aus diesen Daten zu ziehen, müssen sie interoperabel sein, d. h. sie müssen sich leicht in digitaler Form übermitteln lassen, ohne dass dabei irgendwelche Aspekte der Daten verloren gehen. Zur Interoperabilität gehört auch, dass die Daten mit Hilfe von Standards eindeutig beschrieben werden müssen. Da sich das Coronavirus stetig weiterentwickelt, müssen die Untersuchungen der Virusvarianten und damit die Abfragen in den Studienfragebögen stets weiterentwickelt werden. In dieser Studie werden wir überprüfen, inwiefern der Inhalt unterschiedlicher COVID-19 Studien – darunter die NAPKON-SÜP Studie – im Hinblick auf die Virustestungen auf verfügbare Standards abgebildet werden kann. Wir werden dabei nicht direkt mit Patient:innendaten arbeiten, sondern uns insbesondere die Fragen zur Virustestung anschauen, die den NAPKON SÜP Patient:innen gestellt werden.

Antragstellerin: Sina Hopff, Uniklinikum Köln, Köln

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HAP Infektiologie November 2021 SÜP

Geschlechtsunterschiede in der Symptomatik und Wahrnehmung von COVID-19

Titel der Studie: Gender differences in symptoms and perception of COVID-19

Geschlechtsunterschiwde in der Symptomatik und Wahrnehmung von COVID-19

Was wird untersucht?

Geschlechtsunterschiede in Verlauf von COVID-19 sind gut dokumentiert. Auch bei vielen anderen Krankheitsbildern wurden Geschlechtsunterschiede in der klinischen Präsentation beobachtet. Ein prominentes Beispiel ist der Herzinfarkt, in dessen Rahmen atypische Symptome bei Frauen häufiger auftreten als bei Männern. In ähnlicher Weise können solche Unterschiede bei Infektionskrankheiten wie HIV und Influenza beobachtet werden. Wie bei Herzinfarkt kann die Kenntnis geschlechtsspezifischer Beschwerden die korrekte und rechtzeitige Identifizierung von COVID-19-Patient:innen unterstützen. Geschlechtsunterschiede im Krankheitsbild von COVID-19 wurden bisher jedoch kaum untersucht. In einer unveröffentlichten Studie mit Daten aus der Lean European Open Survey zur Kohorte von SARS-CoV-2-infizierten Patienten (LEOSS) haben wir geschlechtsspezifische Unterschiede im klinischen Bild von COVID-19 festgestellt. Diese Ergebnisse möchten wir mit Daten aus der NAPKON-Studie bestätigen.

Antragsteller: Hans Christian Stubbe, Ludwig-Maximilian Universität Klinikum, Medizinische Klinik und Poliklinik II, München

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Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Juli 2022

Anpassung von SARS-CoV-2 an das menschliche Immunsystem in Patient:innen mit länger anhaltender Infektion

Titel der Studie: adaptation of SARS-CoV-2 to the human immune system in patients with prolonged infection

Anpassung von SARS-CoV-2 an das menschliche Immunsystem in Patient:innen mit länger anhaltender Infektion

Was wird untersucht?

Seit seiner Übertragung auf den Menschen passt sich SARS-CoV-2 ständig an seinen neuen Wirt, den Menschen an. Dies führt zum Entstehen neuer Virus-Varianten mit erhöhter Übertragbarkeit. Bei Patient:innen mit einer länger anhaltenden Infektion findet eine andauernde Vermehrung des Virus statt. Dadurch hat das Virus die Möglichkeit sich weiter an den Menschen anzupassen. Dies kann auch begünstigen, dass das Virus Mutationen entwickelt die dazu führen, dass das Virus und vom Virus infizierte Zellen nicht mehr von dem Immunsystem erkannt werden können. Diese Mutationen werden als Immun-Escape-Mutationen bezeichnet. In dieser Studie wollen wir untersuchen ob und in welchem Umfang bei Patient:innen mit länger anhaltender Virusinfektion solche Immun-Escape-Mutationen auftreten. Die nähere Untersuchung solcher Mutationen ist von Bedeutung, da hierdurch auch die Wirksamkeit von Impfstoffen reduziert werden kann. Ausserdem lernen wir dadurch mehr über die Evolution von SARS-CoV-2 wodurch wir den weiteren Verlauf der Pandemie besser verstehen können. Eventuell können die Erkenntnisse dieser Studie auch für Patient:innen relevant sein, die durch ein eingeschränktesImmunsystem ein Risiko für eine länger anhaltende Infektion haben.

Antragsteller: Dr. Maximilian Muenchhoff, LMU München, Virologie, Nationales Referenzzentrum für Retroviren Max von Pettenkofer-Institut, München

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Epidemiologie und Public Health Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Juni 2022 Kardiologie POP

Beitrag des Immunsystems zum Long-COVID-Syndrom

Titel der Studie: contribution of the immune system to long-COVID syndrome

Beitrag des Immunsystems zum Long-COVID-Syndrom

Was wird untersucht?

Eine überstandene COVID-19-Erkrankung führt bei 10 –40 % der Patient:innen zu fortbestehenden Beschwerden im Sinne eines Long-COVID-Syndroms. Die Gründe für die Entwicklung von Long-COVID sind bislang noch unklar. Eine mögliche Ursache könnte eine unterschwellige Entzündungsreaktion sein als Folge der schützenden Immunantwort gegen das SARS-CoV-2-Virus. In diesem Forschungsvorhaben möchten wir daher eine umfassende Charakterisierung des Immunsystems von Personen >6 Monate nach einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung vornehmen. Bei 10 –40 % der Teilnehmer:innen erwarten wird persistierende Symptome im Sinne eines Long-COVID-Syndroms, sodass wir den Immunstatus von Patient:innen mit und ohne Long-COVID-Syndrom miteinander vergleichen können. Die hier gewonnenen Erkenntnisse könnten auch bspw. für Patient:innen mit Fatigue-Syndrom nach anderen Virusinfektionen relevant sein.

Antragstellerin: PD Dr. med. Caroline Morbach, Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik 1, Würzburg

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April 2022 HAP Infektiologie

Vorhersage eines schweren Krankheitsverlaufs von COVID-19 mittels klinischer Routinedaten

Titel der Studie: clinical prognostic scores

Vorhersage eines schweren Krankheitsverlaufs von COVID-19 mittels klinischer Routinedaten

Was wird untersucht?

Um eine bestmögliche Versorgung und eine bestmögliche Nutzung von medizinischen Kapazitäten bei der Behandlung von Patient:innen mit COVID-19 zu gewährleisten, sind Methoden zur Vorhersage des Krankheitsverlaufs von entscheidender Bedeutung. Bei Patient:innen z.B. mit Lungenentzündung oder Sepsis existieren bereits solche Methoden, die anhand von in wenigen Minuten zu ermittelnden Punkteskalen eine gute Einschätzung des zu erwartenden Verlaufs und der Krankheitsschwere erlauben. Analog hierzu soll auch für COVID-19 eine ähnliche Punkteskala entwickelt werden, die u.a. auch eine frühzeitige und sichere Entscheidung zur Aufnahme von Patient:innen in das Krankenhaus oder auf die Intensivstation erlaubt. Andererseits sollen anhand von einfach zu ermittelnden Werten ebenfalls Patient:innen identifiziert werden, bei denen höchstwahrscheinlich keine schwere Erkrankung zu erwarten ist, und die gegebenenfalls auch ohne großes Risiko ambulant behandelt werden können.

Antragsteller: PD Dr. Thomas Zoller, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik m.S. Infektiologie und Pneumologie, Berlin

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April 2022 Epidemiologie und Public Health HAP Infektiologie POP SÜP

Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Erstellung einer Anonymisierungspipeline für einen nationalen deutschen Datensatz

Titel der Studie: Challenges and opportunities in creating an anonymisation pipeline for a national German dataset

Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Erstellung einer Anonymisierungspipeline für einen nationalen deutschen Datensatz

Was wird untersucht?

Die Daten- und Bioproben aus NAPKON können über eine Use & Access Verfahren beantragt werden und werden anschließend pseudonymisiert an Forscherteams zur Analyse herausgegeben. Dieser Prozess ist zeitaufwendig und erfordert unterschiedliche Abstimmungsprozesse, um insbesondere eine gute Datenqualität und einen hinreichenden Datenschutz zu gewährleisten. Damit auch Echtzeit-Daten der NAPKON Kohorte für die Öffentlichkeit einsehbar sind, wurde ein Anonymisierungsprozess etabliert, der 15 wichtige Variablen aus dem NAPKON Datensatz nach einem speziellen Datenschutzkonzept abfragt und daraus einen anonymen, öffentlich zugänglichen Datensatz generiert. Die Herausforderungen und Möglichkeiten dieses Anonymisierungsprozesses und des resultierenden Datensatzes werden in diesem Projekt herausgearbeitet und veröffentlicht, um die sogenannte Open Science Wissenschaft zu fördern und damit die öffentliche Zugänglichkeit zu wichtigen Daten weiter voranzutreiben.

Antragstellerinnen: Sina Hopff, Carolin Jakob, Universitätsklinikum Köln, Köln

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Epidemiologie Februar 2022 Gesundheitsökonomie Infektiologie SÜP

Krankheitskostenanalyse der stationären Behandlung von COVID-19 Patient:innen

Titel der Studie: Cost-of-illness analysis of inpatient COVID-19 patients

Krankheitskostenanalyse der stationären Behandlung von COVID-19 Patient:innen

Was wird untersucht?

Durch die stationäre Behandlung von COVID-19 Patient:innen entstehen enorme finanzielle Belastungen für das deutsche Gesundheitssystem. Die hier vorliegende gesundheitsökonomische Evaluation soll sowohl direkte medizinische Kosten (z.B. Kosten für Diagnostik, Medikation, künstliche Beatmung, Versorgung auf unterschiedlichen Stationen) als auch indirekte Kosten durch Produktivitätsausfälle aufgrund von Tod vor Renteneintrittsalter und Arbeitsunfähigkeit analysieren. Durch die gesamtgesellschaftliche Perspektive („societal perspective“), die ebenso von nationalen und internationalen Leitlinien zur Durchführung von Krankheitskostenanalysen empfohlen wird, wird ein granulärer Ansatz gewählt, der die ganzheitlichen Kosten durch die stationäre Versorgung von COVID-19 Patient:innen abbilden wird. Es ist zu erwarten, dass insbesondere die intensivmedizinische Behandlung von COVID-19 Patient:innen sehr hohe direkte medizinische Kosten verursacht.

Antragssteller:innen: Dr. Sebastian Wingen-Heimann, Sina Hopff, Universitätsklinikum Köln, Köln

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HAP Infektiologie März 2022 Pneumologie

Beschreibung von klinischen Kurz- und Langzeitendpunkten von hospitalisierten Patient:innen mit ambulant erworbener SARS-CoV-2-Pneumonie versus nicht-SARS-CoV-2-Pneumonie

Titel der Studie: Determination of clinical short and long-term outcomes in hospitalized patients with community-acquired SARS-CoV-2 versus non-SARS-CoV-2 pneumonia

Beschreibung von klinischen Kurz- und Langzeitendpunkten von hospitalisierten Patient:innen mit ambulant erworbener SARS-CoV-2-Pneumonie versus nicht-SARS-CoV-2-Pneumonie

Was wird untersucht?

Verlauf und Ausgang von SARS-CoV-2-Pneumonie unterscheiden sich von ambulant erworbenen Pneumonien (CAP) anderer Ursache, jedoch liegen kaum vergleichende Studien vor. Vorherigen Studien zufolge haben hospitalisierte Patient:innen mit einer SARS-CoV-2-Pneumonie eine höhere Sterblichkeit und bedürfen einer längeren stationären Behandlung als Patient:innen mit nicht-SARS-CoV-2-CAP, obwohl letztere bei Aufnahme meist schwerer erkrankt sind und häufiger einer Behandlung auf Intensivstation bedürfen. Scores zur Risikobewertung von Patient:innen mit CAP ermitteln unzureichend den Schweregrad einer COVID-19-Erkrankung. Unter Einbeziehung von Daten aus multizentrischen Studien zu Patient:innen mit CAP und COVID-19 sollen kurz- und langfristige Endpunkte wie 28-Tage-Mortalität, beatmungsfreie Tage und Lebensqualität beider Kollektive vergleichend untersucht und Prädiktoren für diese Endpunkte analysiert werden. Auf diese Weise sollen Ansätze zur Risikostratifizierung von Patient:innen mit SARS-CoV-2-Pneumonie unterstützt werden.

Antragssteller: Dr. Fridolin Steinbeis, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik m.S. Infektiologie und Pneumologie, Berlin

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HAP Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Oktober 2021 Pädiatrie SÜP

COVID-19 und Zytokin-Sturm-Syndromen: Was lernen wir für die Behandlung bei schweren Verläufen mit überschießender Immunreaktion?

Titel der Studie: COVID-19 and cytokine storm syndromes: what do we learn for treatment in severe courses with exaggerated immune response?

COVID-19 und Zytokin-Sturm-Syndromen: Was lernen wir für die Behandlung bei schweren Verläufen mit überschießender Immunreaktion?

Was wird untersucht?

Schwere Krankheitsverläufe bei COVID-19 können mit ausgedehnten Entzündungen im Körper einhergehen – darin ähnelt die Krankheit den „Zytokin-Sturm-Syndromen“. Bei diesem produziert das Immunsystem zu viele Entzündungssignale, mit teilweise fatalen Folgen. Daraus lassen sich Ansätze für Behandlungsmöglichkeiten ableiten: Bei immunsuppressiven Arzneimitteln wird die körpereigene Reaktion des Immunsystems unterdrückt – was dann wichtig wird, wenn das Immunsystem zu viele Entzündungssignale sendet, wie bei Zytokin-Sturm-Syndromen. Unser Schwerpunkt sind Autoinflammationserkrankungen (Anm. d. Red.: Entzündungsreaktion – scheinbar ohne äußeren Auslöser) mit überschießender Immunreaktion. Wir konnten durch den Einsatz von Biomarkern im Blut zeigen, dass sich die Entzündung bei COVID-19 von Zytokin-Sturm-Syndromen bei Autoinflammation unterscheidet – Die Blockade einiger Immunprozesse, die bei Zytokin-Sturm-Syndromen einsetzt wird, müsste bei COVID-19-Patienten also angepasst werden. Wir haben aber noch keine Patient:innenverläufe unter der Behandlung mit Zytokin-Blockade analysiert, was Gegenstand des neuen Projektes sein wird. Außerdem wollen wir Erwachsene und Kinder mit schweren COVID-19 Verläufen vergleichen, um Unterschiede in Zytokin-Antworten und damit auch neue Therapiemöglichkeiten zu erfassen.

Antragsteller: Prof. Dr. Dirk Föll, Universitätsklinikum Münster, Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie, Münster

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HAP Infektiologie September 2021

Mechanismen des programmierten Zelltodes als therapeutische Zielstruktur bei schwerer COVID-19

Titel der Studie: Mechanisms of programmed cell death as therapeutic targets in severe COVID-19

Mechanismen des programmierten Zelltodes als therapeutische Zielstruktur bei schwerer COVID-19

Was wird untersucht?

Ein besonderes Charakteristikum der Lungenentzündung durch Viren und des damit assoziierten Lungenschadens ist der programmierte Zelltod von strukturellen Lungenzellen, den Alveolarepithelzellen. Dieser Prozesse führen zur gestörten Barrierefunktion der Lunge und damit zur Flüssigkeitsansammlung. Folge davon ist eine gestörte sauerstoffaufnahme und letztlich die Beatmungspfilichtigkeit. Es ist für COVID-19 mittlerweile bekannt, dass die dies zwar auch durch die Virusinfektion selbst, aber primär durch entzündliche Botenstoffe verursacht wird, die von lokalen Immunzellen freigesetzt werden und möglicherweise auch den programmierten Zelltod von Lungenzellen verursachen können. Monozyten/Makrophagen, die in die Lunge in hoher Zahl einwandern, spielen hierbei eine zentrale Rolle und scheinen Schlüsselzellen dieser überschießenden Entzündung zu sein, die die Erkrankung maßgeblich vorantreibt. Neue molekulare Erkenntnisse zum Ablauf des SARS-CoV-2-induzierten Zelltodes von Lungenzellen und dem damit verbundenen Lungenschaden sowie der Rolle von entzündlichen Faktoren sollen in einem translationalen Ansatz genutzt werden, um letztendlich neue Therapiestrategien zur Behandlung der schweren COVID-19 Erkrankung zu etablieren.

Antragstellerin: Univ.-Prof. Dr. med. Susanne Herold, Medizinische Klinik II, UKGM, Gießen