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HAP Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Oktober 2021 Pädiatrie SÜP

COVID-19 und Zytokin-Sturm-Syndromen: Was lernen wir für die Behandlung bei schweren Verläufen mit überschießender Immunreaktion?

Titel der Studie: COVID-19 and cytokine storm syndromes: what do we learn for treatment in severe courses with exaggerated immune response?

COVID-19 und Zytokin-Sturm-Syndromen: Was lernen wir für die Behandlung bei schweren Verläufen mit überschießender Immunreaktion?

Was wird untersucht?

Schwere Krankheitsverläufe bei COVID-19 können mit ausgedehnten Entzündungen im Körper einhergehen – darin ähnelt die Krankheit den „Zytokin-Sturm-Syndromen“. Bei diesem produziert das Immunsystem zu viele Entzündungssignale, mit teilweise fatalen Folgen. Daraus lassen sich Ansätze für Behandlungsmöglichkeiten ableiten: Bei immunsuppressiven Arzneimitteln wird die körpereigene Reaktion des Immunsystems unterdrückt – was dann wichtig wird, wenn das Immunsystem zu viele Entzündungssignale sendet, wie bei Zytokin-Sturm-Syndromen. Unser Schwerpunkt sind Autoinflammationserkrankungen (Anm. d. Red.: Entzündungsreaktion – scheinbar ohne äußeren Auslöser) mit überschießender Immunreaktion. Wir konnten durch den Einsatz von Biomarkern im Blut zeigen, dass sich die Entzündung bei COVID-19 von Zytokin-Sturm-Syndromen bei Autoinflammation unterscheidet – Die Blockade einiger Immunprozesse, die bei Zytokin-Sturm-Syndromen einsetzt wird, müsste bei COVID-19-Patienten also angepasst werden. Wir haben aber noch keine Patient:innenverläufe unter der Behandlung mit Zytokin-Blockade analysiert, was Gegenstand des neuen Projektes sein wird. Außerdem wollen wir Erwachsene und Kinder mit schweren COVID-19 Verläufen vergleichen, um Unterschiede in Zytokin-Antworten und damit auch neue Therapiemöglichkeiten zu erfassen.

Antragsteller: Prof. Dr. Dirk Föll, Universitätsklinikum Münster, Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie, Münster

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HAP Infektiologie September 2021

Mechanismen des programmierten Zelltodes als therapeutische Zielstruktur bei schwerer COVID-19

Titel der Studie: Mechanisms of programmed cell death as therapeutic targets in severe COVID-19

Mechanismen des programmierten Zelltodes als therapeutische Zielstruktur bei schwerer COVID-19

Was wird untersucht?

Ein besonderes Charakteristikum der Lungenentzündung durch Viren und des damit assoziierten Lungenschadens ist der programmierte Zelltod von strukturellen Lungenzellen, den Alveolarepithelzellen. Dieser Prozesse führen zur gestörten Barrierefunktion der Lunge und damit zur Flüssigkeitsansammlung. Folge davon ist eine gestörte sauerstoffaufnahme und letztlich die Beatmungspfilichtigkeit. Es ist für COVID-19 mittlerweile bekannt, dass die dies zwar auch durch die Virusinfektion selbst, aber primär durch entzündliche Botenstoffe verursacht wird, die von lokalen Immunzellen freigesetzt werden und möglicherweise auch den programmierten Zelltod von Lungenzellen verursachen können. Monozyten/Makrophagen, die in die Lunge in hoher Zahl einwandern, spielen hierbei eine zentrale Rolle und scheinen Schlüsselzellen dieser überschießenden Entzündung zu sein, die die Erkrankung maßgeblich vorantreibt. Neue molekulare Erkenntnisse zum Ablauf des SARS-CoV-2-induzierten Zelltodes von Lungenzellen und dem damit verbundenen Lungenschaden sowie der Rolle von entzündlichen Faktoren sollen in einem translationalen Ansatz genutzt werden, um letztendlich neue Therapiestrategien zur Behandlung der schweren COVID-19 Erkrankung zu etablieren.

Antragstellerin: Univ.-Prof. Dr. med. Susanne Herold, Medizinische Klinik II, UKGM, Gießen

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Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Juli 2021 SÜP

Epigenetische Programmierung von Immunzellen bei COVID-19

Umprogrammierung von Immunzellen bei COVID-19

Titel der Studie: Epigenetic programming of immune cells in COVID-19

Was wird untersucht? 

Die durch das Coronavirus SARS-CoV2 verursachte Erkrankung COVID-19 führt bei einem teil der Patient:innen zu schwereren Verläufen und kann Langzeitfolgen für die Gesundheit haben. Bei COVID-19 kommt es zu tiefgreifenden Veränderungen der Abwehrzellen, die zu langanhaltenden Entzündungsvorgängen und Störung der Funktion des Immunsystems führen. Diese Veränderungen können den Verlauf der Erkrankung und die möglichen Langzeitfolgen beeinflussen. Wir untersuchen, wie es zu diesen Veränderungen der Immunzellen kommt und ob diese mit länger andauernder Beeinträchtigung der Gesundheit nach überstandener SARS-CoV2- Infektion beitragen.

Antragstellerin: Prof. Dr. med. Anne Krug, Ludwig-Maximilians-Universität München

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Infektiologie Juni 2021 SÜP

Unterschiede in der Immunantwort von Frauen und Männern gegen COVID-19

Unterschiede in der Immunantwort von Frauen und Männern gegen COVID-19

Titel der Studie: 

Sex differences in the adaptive immune response in COVID-19

Was wird untersucht? 

In COVID-19 ist der Verlauf bei Männern signifikant schwerer. Dies bildet sich auch in der Sterblichkeit und Schwere der Infektion ab. Das Vorliegende Projekt soll die Ursachen und Auswirkungen von Geschlechtsunterschieden mit einem Fokus auf die spezifische Immunität, deren Entwicklung und Dauer beleuchten. Die zu erwartenden Ergebnisse werden zum Verständnis der Erkrankung beitragen, eine geschlechtsspezifische Risikoabschätzung ermöglichen, und eine wichtige Grundlage für die geschlechtergerechte Entwicklung von Therapien und insbesondere Impfstoffen bilden. Wichtige Aspekte der COVID-19 Erkrankung wie Verlauf, Schwere, Dauer der Übertragungsfähigkeit, Übertragbarkeit sind immunologisch bestimmt. Um die COVID-19 Pandemie zu verstehen, ist somit eine genaue Kenntnis der zugrundeliegenden immunologischen Prozesse notwendig. Das Immunsystem weist auf vielen Ebenen starke Geschlechtsunterschiede auf. Für eine korrekte Abbildung dieser Prozesse, die beiden Geschlechtern gerecht wird, ist das Verständnis geschlechtsbedingter immunologischer Unterschiede somit unerlässlich. Eine Analyse der Geschlechtsunterschiede in der spezifischen Immunantwort gegen COVID-19 könnten Antworten auf die Frage geben, warum in COVID-19 Geschlechtsunterschiede bestehen und immunologische Risikofaktoren für einen schweren Verlauf oder eine schlechte Prognose identifizieren. Zusätzlich ist das Verständnis immunologischer Geschlechtsunterschiede für Therapieansätze und Impfungen, die beide Geschlechter gleichermaßen berücksichtigen, unbedingt erforderlich.

Antragsteller: Dr. med. Hans Christian Stubbe, LMU Klinikum, Medizinische Klinik und Poliklinik II, München

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HAP Infektiologie Juni 2021 SÜP

Einfluss von Antibiotikatherapien auf den Verlauf von COVID-19

Einfluss von Antibiotikatherapien auf den Verlauf von COVID-19

Titel der Studie: Assessment of the effects of antibiotic treatment on outcomes in COVID-19 patients (ABCOV)

Was wird untersucht? 

Antibiotika spielen in der Therapie von COVID-19 aufgrund der viralen Genese der Erkrankung
keine Rolle. Dennoch empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei mittelschweren bis
schweren Krankheitsverläufen und Verdacht auf eine bakterielle Infektion eine
Antibiotikatherapie. Die Diagnose einer bakteriellen Superinfektion ist bei fortgeschrittener
SARS-CoV-2 Infektion eine klinische Herausforderung. Der berichtete Antibiotikaeinsatz bei
COVID-19 liegt jedoch weit über der tatsächlich beschriebenen Rate an bakteriellen
Infektionen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden bakteriellen Resistenzentwicklung ist eine
Antibiotikatherapie sorgfältig zu prüfen. In dieser Untersuchung sollen die Rate an
diagnostizierten bakteriellen Infektionen und die Effekte von Antibiotikatherapien auf COVID-19
Behandlungsergebnisse einander gegenübergestellt werden.

Antragsteller:innen: Dr. Anette Friedrichs, Uniklinik Schleswig-Holstein. 

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HAP Infektiologie Juni 2021 SÜP

Risikoeinschätzung für komplizierte bis schwerste Verläufe von COVID-19 mittels künstlicher Intelligenz

Risikoeinschätzung komplizierter bis schwerster Verläufe von COVID-19 mittels künstlicher Intelligenz

Titel der Studie:Validation of the SACOV-19 risk prediction model and score

Was wird untersucht? 

COVID-19 verläuft sehr unterschiedlich. Bein der Mehrheit der Patienten kommt es nur zu milden oder gar keinen Symptomen. Bei einer Minderheit treten jedoch komplizierte und schwerste Verläufe auf. Vorherzusehen, bei welchen Patienten es zu solchen Verläufen kommt, kann sehr schwierig sein, würde aber die Behandlung von COVID-19 verbessern. Patienten mit mildem Verlauf, die ein geringes Risiko aufweisen, könnten beispielsweise nachhause entlassen werden. Patienten mit hohem Risiko sollten stationär zur Beobachtung aufgenommen werden und könnten von verschiedenen Therapien profitieren. Eine akkurate Risikoeinschätzung könnte daher die medizinische Versorgung von COVID-19 Patienten sicherer und effizienter machen. In einer aktuellen Studie, welche wir vor kurzem zur Publikation in einer medizinischen Fachzeitschrift eingereicht haben, haben wir ein Vorhersagemodell entwickelt. Das Vorhersagemodell und ein davon abgeleiteter klinischer „Score“, genannt SACOV-19 (Score für die Vorhersage fortgeschrittener Krankheitsstadien in COVID-19; Englisch: Score for the prediction of an Advanced disease stage of COVID-19), sollen eine komplizierte oder schwere COVID-19 Erkrankung vorhersagen. Vorhersagemodell und Score basieren auf der Kohorte Lean European Open Survey on SARS-CoV-2 Infected Patients (LEOSS) und wurden mit maschinellem Lernen entwickelt. In der Kohorte zur Etablierung haben sowohl das Vorhersagemodell, als auch der Score eine sehr gute Leistung gezeigt. Wir wollen in der aktuellen Studie diese Ergebnisse überprüfen.

Antragsteller: Dr. rer. med. Ujjwal Mukund Mahajan, Medizinische Klinik und Poliklinik II
LMU Klinikum der Universität München

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April 2021 Infektiologie SÜP

Klinischer Verlauf der Corona-Varianten

Klinischer Verlauf der Corona-Varianten

Titel der Studie: Comparative analysis of clinical symptoms and severity of disease of  patients infected with SARS-CoV-2 variants of concern

Was wird untersucht? 

Kurzzusammenfassung: Seit Ende des Jahres 2020 ist die britische Corona-Mutation in Europa präsent. Sie hat zu einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen in Deutschland geführt. Zusätzlich kursierten seit der zweiten und dritten Corona-Welle andere Mutationen, wie die südafrikanische oder die brasilianische Mutation. In dieser Projektarbeit untersuchen wir die Symptome und Krankheitsbeschwerden von Patient:innen,  die  sich nachweislich  mit einer  Corona-Mutation  infiziert  haben. Dabei wird der zeitliche Fokus auf der akuten Infektion und dem 3-Monats-Follow-Up liegen.  Die Ergebnisse werden mit denen von Patient:innen  verglichen, die am Corona-Wildtyp erkrankt sind.

Antragstellerin: 

Sina Marie Hopff, Klinik 1 für Innere Medizin, Infektiologie und Hämatoonkologie, Uniklinik Köln

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April 2021 Infektiologie SÜP

Überprüfung von klinischen Bewertungssystemen zur Risikokategorisierung von Patient:innen (Scores)

Überprüfung von klinischen Bewertungssystemen zur Risikokategorisierung von Patient:innen (Scores)

Titel der Studie: “1000 COVID-19 scores”: evaluation of prediction precision and
validation on the multi-centred prospective cohort study NAPKON

Was wird untersucht? 

Die neuartige COVID-19 Erkrankung stellt das Gesundheitssystem vor große
Herausforderungen. Um Patient:innen eine optimale Gesundheitsversorgung zukommen zu
lassen und knappe Ressourcen effizient nutzen zu können, ist eine Vorhersage der Schwere
des Krankheitsverlaufs wichtig. Diese Vorhersagen lassen sich anhand von sogenannten
klinischen Scores treffen, die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Risiken, z.B. Notwendigkeit
der Einweisung auf die Intensivstation oder Tod, berechnen. In die Scores gehen Merkmale der
Patient:innen, z.B. soziodemographische Eigenschaften wie Alter und Geschlecht, Symptome,
Laborwerte oder Vorerkrankungen, ein. Ziel dieses Antrags ist die Vielzahl bereits existierender
Scores im Zusammenhang mit COVID-19 auf die Anwendbarkeit auf die deutsche Bevölkerung
zu überprüfen. Dafür eignet sich die Sektorenübergreifende Plattform in NAPKON durch den
sektorenübergreifenden und multizentrischen Ansatz und detaillierte und qualitätsgesicherte
Datenerfassung gut.

Antragstellerin: Katharina Appel, Universitätsklinikum Frankfurt