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Immunologie und Autoimmunität Mai 2022 Rehabilitation SÜP

Erkrankungsschwere einer SARS-CoV-2-Infektion und Entwicklung eines Long-COVID-Syndroms in Abhängigkeit der Funktion des 1-Karbon-Stoffwechsels (OCM)

Titel der Studie: Disease severity of SARS-CoV-2 infection and development of long covid syndrome in relation to the One-carbon metabolism (OCM) function

Erkrankungsschwere einer SARS-CoV-2-Infektion und Entwicklung eines Long-Covid-Syndroms in Abhängigkeit der Funktion des 1-Karbon-Stoffwechsels (OCM)

Was wird untersucht?

Der OCM regelt grundlegende Zell-Funktionen. Der OCM ist von genetischen und Umwelt-Faktoren abhängig, insbesondere von der Zufuhr verschiedener B-Vitamine. Damit das SARS-CoV-2-Virus in die Zelle eindringen kann, ist u.a. die Aktivierung eines Enzyms (Furin-Endoprotease) notwendig. Dieses Enzym kann durch eine ausreichende Konzentration der biologisch aktiven Form der Folsäure (Vitamin B9) gehemmt werden und so die Empfänglichkeit gegenüber einer Infektion reduzieren. Störungen im OCM, z.B. ausgelöst durch einen Mangel an B-Vitaminen, erhöhen dementsprechend das Risiko einer Infektion. Ist es zu einer SARS-CoV-2-Infektion gekommen, führen die Gegenreaktionen des Organismus dazu, dass sich der OCM verlangsamt, wodurch die Virus-Vermehrung und die Krankheitsschwere zunehmen können. In dieser Studie soll der Einfluss genetischer und Lebensstil-Faktoren und Details des OCM auf die davon abhängige Krankheitsschwere, den Verlauf der Erkrankung und die Entwicklung von Long-Covid untersucht werden.

Antragstellerin: Christina Lemhöfer, Universitätsklinikum Jena, Institut für Physiotherapie, Jena

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Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Juli 2022

Anpassung von SARS-CoV-2 an das menschliche Immunsystem in Patient:innen mit länger anhaltender Infektion

Titel der Studie: adaptation of SARS-CoV-2 to the human immune system in patients with prolonged infection

Anpassung von SARS-CoV-2 an das menschliche Immunsystem in Patient:innen mit länger anhaltender Infektion

Was wird untersucht?

Seit seiner Übertragung auf den Menschen passt sich SARS-CoV-2 ständig an seinen neuen Wirt, den Menschen an. Dies führt zum Entstehen neuer Virus-Varianten mit erhöhter Übertragbarkeit. Bei Patient:innen mit einer länger anhaltenden Infektion findet eine andauernde Vermehrung des Virus statt. Dadurch hat das Virus die Möglichkeit sich weiter an den Menschen anzupassen. Dies kann auch begünstigen, dass das Virus Mutationen entwickelt die dazu führen, dass das Virus und vom Virus infizierte Zellen nicht mehr von dem Immunsystem erkannt werden können. Diese Mutationen werden als Immun-Escape-Mutationen bezeichnet. In dieser Studie wollen wir untersuchen ob und in welchem Umfang bei Patient:innen mit länger anhaltender Virusinfektion solche Immun-Escape-Mutationen auftreten. Die nähere Untersuchung solcher Mutationen ist von Bedeutung, da hierdurch auch die Wirksamkeit von Impfstoffen reduziert werden kann. Ausserdem lernen wir dadurch mehr über die Evolution von SARS-CoV-2 wodurch wir den weiteren Verlauf der Pandemie besser verstehen können. Eventuell können die Erkenntnisse dieser Studie auch für Patient:innen relevant sein, die durch ein eingeschränktesImmunsystem ein Risiko für eine länger anhaltende Infektion haben.

Antragsteller: Dr. Maximilian Muenchhoff, LMU München, Virologie, Nationales Referenzzentrum für Retroviren Max von Pettenkofer-Institut, München

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Dezember 2021 HAP Immunologie und Autoimmunität Intensivmedizin

Phänotypische Charakterisierung und metabolische Analysen von Immunzellen im Verlauf einer COVID-19 Infektion

Titel der Studie: phenotypic characterization and metabolic analysis of immune cells during a Covid-19 infection

Phänotypische Charakterisierung und metabolische Analysen von Immunzellen im Verlauf einer COVID-19 Infektion

Was wird untersucht?

Schwere Verläufe sytemischer Infektionen, wie beispielsweise der bakteriellen Sepsis, sind regelhaft mit einer Beeinträchtigung der angeborenen sowie adaptiven Immunantwort assoziiert. Während ein metabolisches „Reprogramming“ von Immunzellen für bakterielle Bestandteile nachgewiesen werden konnte, sind die Effekte viraler Pathogenitätsfaktoren auf den Immunzellmetabolismus bisher kaum untersucht. Insbesondere die Vermeidung einer Immunparalyse, der Erhalt der Homöostase der Energiegewinnung und eine suffiziente Immunzelldifferenzierung und –funktion sind relevant für das Outcome vieler pathogen assoziierter Erkrankungen. Zahlreiche Faktoren beeinflussen über s.g. pathogen-assoziierte molekulare Muster (PAMPs) den Energiestoffwechsel von Immunzellen. Entsprechende Toll-like Rezeptoren (TLR) konnten auf zahlreichen Immunzellen einschließlich dendritischer Zellen, Makrophagen/Monozyten sowie T-Zellen nachgewiesen werden. Ziel dieses Vorhabens ist eine Phänotypisierung und Analyse der Immunzellfunktion auch und insbesondere im Hinblick auf metabolische Veränderungen im Rahmen einer SARS-CoV-2 Infektion bei verschiedenen Schweregraden und zu verschiedenen Zeitpunkten der Erkrankung. Weiterhin sollen mittels Single-Zell-Analyse Verfahren potentielle therapeutische Angriffspunkte identifiziert werden.

Antragstellerin: Dr. Kerstin Hoppe, Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Würzburg

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Epidemiologie und Public Health Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Juni 2022 Kardiologie POP

Beitrag des Immunsystems zum Long-COVID-Syndrom

Titel der Studie: contribution of the immune system to long-COVID syndrome

Beitrag des Immunsystems zum Long-COVID-Syndrom

Was wird untersucht?

Eine überstandene COVID-19-Erkrankung führt bei 10 –40 % der Patient:innen zu fortbestehenden Beschwerden im Sinne eines Long-COVID-Syndroms. Die Gründe für die Entwicklung von Long-COVID sind bislang noch unklar. Eine mögliche Ursache könnte eine unterschwellige Entzündungsreaktion sein als Folge der schützenden Immunantwort gegen das SARS-CoV-2-Virus. In diesem Forschungsvorhaben möchten wir daher eine umfassende Charakterisierung des Immunsystems von Personen >6 Monate nach einer durchgemachten COVID-19-Erkrankung vornehmen. Bei 10 –40 % der Teilnehmer:innen erwarten wird persistierende Symptome im Sinne eines Long-COVID-Syndroms, sodass wir den Immunstatus von Patient:innen mit und ohne Long-COVID-Syndrom miteinander vergleichen können. Die hier gewonnenen Erkenntnisse könnten auch bspw. für Patient:innen mit Fatigue-Syndrom nach anderen Virusinfektionen relevant sein.

Antragstellerin: PD Dr. med. Caroline Morbach, Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik 1, Würzburg

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April 2022 Immunologie und Autoimmunität POP

Welche anti-GCPR-Autoantikörper weisen auf einen komplizierten Langzeitverlauf von COVID-19 hin?

Titel der Studie: Which GPCR autoantibodies are indicative for a complicated long-term outcome of COVID-19?

Welche anti-GCPR-Autoantikörper weisen auf einen komplizierten Langzeitverlauf von COVID-19 hin?

Was wird untersucht?

Ein hoher Prozentsatz von Covid-19-Patient:innen leidet auch nach Monaten noch unter Symptomen (Long-COVID). Eine Studie mit akut erkrankten COVID-19-Patient:innen zeigte, dass bestimmte Autoantikörper nicht nur Botenstoffe, sondern auch körpereigene Strukturen binden und dadurch zu Entzündung und Blutgerinnung beitragen können. In der Studie COVIDOM-GPCR geht es um die Identifizierung von Autoantikörpern gegen sogenannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR), welche eine Rolle bei der Entstehung von Post-COVID-Symptomen spielen könnten. Dadurch erhofft man sich aus den Daten Hinweise auf die dahinterliegenden Mechanismen und mögliche Angriffspunkte für eine Verhinderung oder Therapie von Long-COVID.

Antragsteller: Dr. Florian Tran, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Institut für klinische Molekularbiologie, Kiel

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April 2022 Immunologie und Autoimmunität POP

Welche Biomarker in Blutzellen deuten auf einen komplizierten Langzeitverlauf von COVID-19 hin?

Titel der Studie: Which biomarkers from blood cells are indicative for a complicated long-term outcome of COVID-19?

Welche Biomarker in Blutzellen deuten auf einen komplizierten Langzeitverlauf von COVID-19 hin? (V2)

Was wird untersucht?

Ein hoher Prozentsatz von COVID-19-Patient:innen leidet auch nach Monaten noch unter Symptomen (Long-COVID). Eine Studie mit akut erkrankten COVID-19-Patient:innen zeigte, dass bestimmte Blutzellen und deren Produkte für den Verlauf der Erkrankung eine wichtige Rolle spielen. Die Studie COVIDOM-Transkriptom sucht molekulare Anzeichen (sogenannte Biomarker) in den Ribonukleinsäure-Mustern von Blutzellen und Blutzell-Fragmente (Exosomen), die möglichst früh einen komplizierten und langwierigen Verlauf von COVID-19 anzeigen. Außerdem erhofft man sich aus den Daten Hinweise auf die dahinterliegenden Mechanismen und mögliche Angriffspunkte für eine Verhinderung oder Therapie von Long-COVID. Im Fokus stehen vor allem die gestörte Blutgerinnung und Antikörper-vermittelte Immunität.

Antragsteller: Prof. Philip Rosenstiel, Universitätsklinikum Schleswig-Hollstein, Insitiut für klinische Molekularbiologie, Kiel

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Epidemiologie und Public Health Immunologie und Autoimmunität Mai 2022 POP

Häufigkeit und Beschreibung des Chronischen Fatigue Syndroms in der bevölkerungsbasierten Berliner Subkohorte der NAPKON-POP (COVIDOM)-Studie

Titel der Studie: Occurence and characterization of theChronic Fatigue Syndrome in the Berlin subcohort of the
population-based NAPKON-POP (COVIDOM) study

Häufigkeit und Beschreibung des Chronischen Fatigue Syndroms in der bevölkerungsbasierten Berliner Subkohorte der NAPKON-POP (COVIDOM)-Studie

Was wird untersucht?

Etwa 10% aller SARS-CoV-2-Infizierten leiden noch länger als drei Monate nach der Infektion unter anhaltenden Symptomen im Sinne eines Post-Covid-Syndroms. Ein Teil dieser Patient:innen erfüllt die klinischen Diagnosekriterien für ein Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Bisher fehlen validierte Daten zur Häufigkeit und Risikofaktoren für ME/CFS nach COVID-19 Infektion. Für die Berliner Covidom/NAPKON-POP-Kohorte (n=302) stehen detaillierte Daten zu Symptomen, Laborwerten, neurologischen, pneumologischen und kardiologischen Untersuchungen zur Verfügung. Studienteilnehmer:innen mit Verdacht auf Fatigue (ScreeningFragebogen) wurde eine weiterführende Diagnostik im Fatigue-Centrum der CharitéUniversitätsmedizin Berlin angeboten, und es wurden weitere Fatiguebezogene Daten erhoben. Dies ermöglicht neben der Abschätzung der Häufigkeit von ME/CFS in der Kohorte den Vergleich von ME/CFS-Erkrankten sowohl mit Personen mit nur leichten Symptomen sowie mit vollständig genesenen Studienteilnehmer:innen.

Antragsstellerin: Dr. Lilian Krist, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Berlin

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Immunologie und Autoimmunität März 2022 SÜP

Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Speichel

Titel der Studie: Antibodies against SARS-CoV-2 in the saliva

Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Speichel

Was wird untersucht?

Die Infektion mit SARS-CoV-2 findet in der Regel im Nasen-Rachenraum statt. Die Infektion mit diesem Virus kann durch Antikörper auf den Schleimhäuten verhindert werden. Antikörper kann man in verschiedene Unterklassen einteilen und die Antikörper können die Virusinfektion und die Vermehrung dieser Viren auf unterschiedliche Weisen verhindern. In diesem Projekt möchten wir die Antikörper im Speichel analysieren, die dort nach Infektion oder Impfung zu finden sind. Dabei wollen wir untersuchen, zu welchen Subklassen diese Antikörper gehören, wie lange sie im Speichel bleiben und wie sie durch Auffrischimpfungen beeinflusst werden.

Antragssteller: Prof. Edgar Meinl, LMU München, Institut für Klinische Neuroimmunologie, München

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HAP Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Oktober 2021 Pädiatrie SÜP

COVID-19 und Zytokin-Sturm-Syndromen: Was lernen wir für die Behandlung bei schweren Verläufen mit überschießender Immunreaktion?

Titel der Studie: COVID-19 and cytokine storm syndromes: what do we learn for treatment in severe courses with exaggerated immune response?

COVID-19 und Zytokin-Sturm-Syndromen: Was lernen wir für die Behandlung bei schweren Verläufen mit überschießender Immunreaktion?

Was wird untersucht?

Schwere Krankheitsverläufe bei COVID-19 können mit ausgedehnten Entzündungen im Körper einhergehen – darin ähnelt die Krankheit den „Zytokin-Sturm-Syndromen“. Bei diesem produziert das Immunsystem zu viele Entzündungssignale, mit teilweise fatalen Folgen. Daraus lassen sich Ansätze für Behandlungsmöglichkeiten ableiten: Bei immunsuppressiven Arzneimitteln wird die körpereigene Reaktion des Immunsystems unterdrückt – was dann wichtig wird, wenn das Immunsystem zu viele Entzündungssignale sendet, wie bei Zytokin-Sturm-Syndromen. Unser Schwerpunkt sind Autoinflammationserkrankungen (Anm. d. Red.: Entzündungsreaktion – scheinbar ohne äußeren Auslöser) mit überschießender Immunreaktion. Wir konnten durch den Einsatz von Biomarkern im Blut zeigen, dass sich die Entzündung bei COVID-19 von Zytokin-Sturm-Syndromen bei Autoinflammation unterscheidet – Die Blockade einiger Immunprozesse, die bei Zytokin-Sturm-Syndromen einsetzt wird, müsste bei COVID-19-Patienten also angepasst werden. Wir haben aber noch keine Patient:innenverläufe unter der Behandlung mit Zytokin-Blockade analysiert, was Gegenstand des neuen Projektes sein wird. Außerdem wollen wir Erwachsene und Kinder mit schweren COVID-19 Verläufen vergleichen, um Unterschiede in Zytokin-Antworten und damit auch neue Therapiemöglichkeiten zu erfassen.

Antragsteller: Prof. Dr. Dirk Föll, Universitätsklinikum Münster, Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie, Münster

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Immunologie und Autoimmunität Infektiologie Juli 2021 SÜP

Epigenetische Programmierung von Immunzellen bei COVID-19

Umprogrammierung von Immunzellen bei COVID-19

Titel der Studie: Epigenetic programming of immune cells in COVID-19

Was wird untersucht? 

Die durch das Coronavirus SARS-CoV2 verursachte Erkrankung COVID-19 führt bei einem teil der Patient:innen zu schwereren Verläufen und kann Langzeitfolgen für die Gesundheit haben. Bei COVID-19 kommt es zu tiefgreifenden Veränderungen der Abwehrzellen, die zu langanhaltenden Entzündungsvorgängen und Störung der Funktion des Immunsystems führen. Diese Veränderungen können den Verlauf der Erkrankung und die möglichen Langzeitfolgen beeinflussen. Wir untersuchen, wie es zu diesen Veränderungen der Immunzellen kommt und ob diese mit länger andauernder Beeinträchtigung der Gesundheit nach überstandener SARS-CoV2- Infektion beitragen.

Antragstellerin: Prof. Dr. med. Anne Krug, Ludwig-Maximilians-Universität München