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Infektiologie Juni 2021 SÜP

Unterschiede in der Immunantwort von Frauen und Männern gegen COVID-19

Unterschiede in der Immunantwort von Frauen und Männern gegen COVID-19

Titel der Studie: 

Sex differences in the adaptive immune response in COVID-19

Was wird untersucht? 

In COVID-19 ist der Verlauf bei Männern signifikant schwerer. Dies bildet sich auch in der Sterblichkeit und Schwere der Infektion ab. Das Vorliegende Projekt soll die Ursachen und Auswirkungen von Geschlechtsunterschieden mit einem Fokus auf die spezifische Immunität, deren Entwicklung und Dauer beleuchten. Die zu erwartenden Ergebnisse werden zum Verständnis der Erkrankung beitragen, eine geschlechtsspezifische Risikoabschätzung ermöglichen, und eine wichtige Grundlage für die geschlechtergerechte Entwicklung von Therapien und insbesondere Impfstoffen bilden. Wichtige Aspekte der COVID-19 Erkrankung wie Verlauf, Schwere, Dauer der Übertragungsfähigkeit, Übertragbarkeit sind immunologisch bestimmt. Um die COVID-19 Pandemie zu verstehen, ist somit eine genaue Kenntnis der zugrundeliegenden immunologischen Prozesse notwendig. Das Immunsystem weist auf vielen Ebenen starke Geschlechtsunterschiede auf. Für eine korrekte Abbildung dieser Prozesse, die beiden Geschlechtern gerecht wird, ist das Verständnis geschlechtsbedingter immunologischer Unterschiede somit unerlässlich. Eine Analyse der Geschlechtsunterschiede in der spezifischen Immunantwort gegen COVID-19 könnten Antworten auf die Frage geben, warum in COVID-19 Geschlechtsunterschiede bestehen und immunologische Risikofaktoren für einen schweren Verlauf oder eine schlechte Prognose identifizieren. Zusätzlich ist das Verständnis immunologischer Geschlechtsunterschiede für Therapieansätze und Impfungen, die beide Geschlechter gleichermaßen berücksichtigen, unbedingt erforderlich.

Antragsteller: Dr. med. Hans Christian Stubbe, LMU Klinikum, Medizinische Klinik und Poliklinik II, München

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Juni 2021 Kardiologie POP

COVID-19 und das Herz

COVID-19 und das Herz

Titel der Studie: Evaluation of the long-term cardiac consequences of COVID-19 in the NAPKON-POP cohort

Was wird untersucht? 

Eine COVID-19-Erkrankung führt nicht nur zu kardiovaskulären Akutkomplikationen, sondern auch zu Langzeitfolgen bisher nicht abzuschätzenden Ausmaßes. Neben einer direkten Infektion der Herzmuskulatur durch das SARS-CoV-2-Virus scheinen auch Schädigungsmechanismen auf dem Boden einer Mangeldurchblutung oder durch Entzündungsprozesse eine Rolle zu spielen. Umfassende systematische Daten zu den kardialen Langzeitfolgen eine SARS-CoV-2-Infektion / COVID-19- Erkrankung stehen nicht zur Verfügung. Wir planen in diesem Kontext, die prognostische Bedeutung verschiedener Biomarker (u. a. NT-proBNP, hsTNT und (hs)C-reaktive Protein) zu evaluieren. Biomarker sind in der Medizin Werte, die Informationen zum Schweregrad und Verlauf einer Krankheit geben können. Es werden die Auswirkungen antientzündlicher Therapie mit Kortison sowie einer gleichzeitig bestehenden Herzschwächetherapie auf die langfristige Herzfunktion geprüft. Dazu sind spezifische detaillierte Funktionsanalysen der rechten und linken Herzkammer geplant. Schließlich ist in einem fachübergreifenden Projekt geplant, die Zusammenhänge zwischen Herzschwäche und psychopathologischen Auffälligkeiten nach COVID19-Erkrankung zu untersuchen.

Antragsteller:

Prof. Derk Frank, Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, UKSH und Christian-Albrechts-Universität Kiel

 

Fachbereich: Juni 2021, Kardiologie, POP

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Epidemiologie und Public Health HAP Mai 2021 SÜP

Die Rolle sozialer Faktoren für den Akutverlauf von COVID-19

Die Rolle sozialer Faktoren für den Akutverlauf von COVID-19

Titel der Studie: Social inequalities in COVID-19: The role of pre-existing social characteristics and health care utilization in explaining elevated risk of severe disease progression.

Was wird untersucht? 

Schwere Verläufe von COVID-19 sind in der Gesellschaft ungleich verteilt, dabei spielen soziale Aspekte wie Einkommen, Bildung, oder Erwerbstätigkeit eine wichtige Rolle. In dieser Studie untersuchen wir, durch welche vorher bestehende soziale Charakteristiken der Krankheitsverlauf vorhergesagt werden kann. Neben Bildung und Erwerbstätigkeit ist zum Beispiel eine zu späte Inanspruchnahme des Gesundheitssystems bei COVID-19-Erkrankungen ein wichtiger Faktor, da eine verspätete Krankenhausaufnahme das Risiko zu versterben erhöht. Bisher gibt es jedoch nur wenig Forschung in diesem Gebiet, weshalb wir ein umfassendes Bild zu sozialen Aspekten und ihrem Einfluss auf den COVID-19-Akutverlauf bekommen möchten. Hierfür untersuchen wir auch mögliche Erklärungen und zugrundeliegende biologische Mechanismen. Mit diesem Projekt können wir einen möglichen Ansatzpunkt für Public Health-Maßnahmen bieten, um Risikogruppen besser zu schützen und Therapiemaßnahmen gezielter anzuwenden.

Antragsteller: Dr. Hanno Hoven, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society, Universiätsklinikum Düsseldorf

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HAP Mai 2021 Pneumologie POP

Einzellanalyse und Long COVID Vorhersagesoftware

Einzellanalyse und Long COVID Vorhersagesoftware

Titel der Studie: Single Cell Sequencing Interpreter and long COVID Predictor Tool (SILVer)

Was wird untersucht? 

Aus der Corona-Pandemie ist eine vorab nicht vorhersehbare Dimension an Patienten mit anhaltenden Symptomen hervor gegangen (Long COVID). Die Symptomantik ist nicht auf einzelne Organgruppen beschränkt und kann die Lunge, das Herz-/ Kreislaufsystem aber auch Nieren und das Nervensystem beeinträchtigen. Erste Hinweise existieren, die eine bestehende chronische Lungenerkrankung (z.B. Asthma) als Risikofaktor für Long COVID nahelegen. Allerdings sind die genauen Mechanismen sowie sich daraus ableitende Interventionsmassnahmen nicht ausreichend untersucht. Die Atemwegsschleimhaut stellt nicht nur eine Barrierefunktion dar, sondern spiegelt auch das zelluläre, immunologische Milieu der Atemwege wider. Unser Forschungsansatz bedient sich dieser Situation um in Patienten, die eine Corona-Infektion durchlebt haben, Änderungen der Schleimhautzusammensetzung zu identifizieren. Hierzu kommen hochauflösende Einzellzellanalysen (inkl. künstlicher Intelligenz) zum Einsatz, deren Signaturen als Vorhersagegrundlage für die Schwere der Corona-Langzeitverläufe dienen wird.

Antragsteller: 

Dr. rer. nat. Markus Weckmann Sektion Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Universitätskinderklinik Lübeck

Fachbereich: HAP, Mai 2021, Pneumologie, POP

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April 2021 Pneumologie POP

Klinische Charakterisierung von SARS-CoV-2 infizierten Patienten in einer bevölkerungsbezogenen Stichprobe in Deutschland

Klinische Charakterisierung von SARS-CoV-2 infizierten Patienten in einer bevölkerungsbezogenen Stichprobe in Deutschland

Originaltitel der Studie: Symptom persistence, functional and inflammatory characteristics of patients after SARS-CoV-2 infection or COVID-19 disease in a multi-center, population-based cohort in Germany 

Was wird untersucht?

Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann unterschiedlich schwer verlaufen. Das Spektrum reicht von schweren Verläufen, die eine Krankenhausbehandlung oder sogar künstliche Beatmung notwendig machen, bis hin zu leichten, teilweise sogar asymptomatischen Verläufen. Das Auftreten von Beschwerden nach der akuten Phase der Erkrankung, was inzwischen als Post-COVID oder Long-COVID bezeichnet wird, tritt unabhängig von der initialen Erkrankungsschwere auf. In dieser Auswertung soll das Post-COVID-Syndrom in seiner Intensität und Häufigkeit in der deutschen Bevölkerung genauer beschrieben werden.

Antragsteller: Prof. Dr. Thomas Bahmer, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, UKSH Campus Kiel.

Fachbereich: April 2021, Pneumologie, POP

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April 2021 Infektiologie SÜP

Klinischer Verlauf der Corona-Varianten

Klinischer Verlauf der Corona-Varianten

Titel der Studie: Comparative analysis of clinical symptoms and severity of disease of  patients infected with SARS-CoV-2 variants of concern

Was wird untersucht? 

Kurzzusammenfassung: Seit Ende des Jahres 2020 ist die britische Corona-Mutation in Europa präsent. Sie hat zu einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen in Deutschland geführt. Zusätzlich kursierten seit der zweiten und dritten Corona-Welle andere Mutationen, wie die südafrikanische oder die brasilianische Mutation. In dieser Projektarbeit untersuchen wir die Symptome und Krankheitsbeschwerden von Patient:innen,  die  sich nachweislich  mit einer  Corona-Mutation  infiziert  haben. Dabei wird der zeitliche Fokus auf der akuten Infektion und dem 3-Monats-Follow-Up liegen.  Die Ergebnisse werden mit denen von Patient:innen  verglichen, die am Corona-Wildtyp erkrankt sind.

Antragstellerin: 

Sina Marie Hopff, Klinik 1 für Innere Medizin, Infektiologie und Hämatoonkologie, Uniklinik Köln